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ÜBER UNS

ParvatiMa und Durzi, die Gründer von BOW TO YAK lernten sich 2004 in der Mongolei kennen, hier lest ihr die Geschichte aus der Sicht von ParvatiMa

Die Liebesgeschichte mit dem Yak


Im Jahr 2003 reiste ich im Alter von 26 Jahren zum ersten Mal in die Mongolei. Ich verbrachte einen Sommer in der unendlichen Weite dieses Landes – unter einem Himmel, der größer schien als alles, was ich bis dahin kannte. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Reise der Beginn einer lebenslangen Liebesgeschichte sein würde.
Zurück in Deutschland war mir klar: Ich wollte zurück. Zurück in die Mongolei. Ich schloss mein Studium als Objektdesignerin ab und zog Anfang 2004 – mitten im tiefsten Winter – dorthin. Die Kälte war überwältigend, die Landschaft rau, die Menschen warmherzig.
In diesen ersten Tagen lernte ich auch meinen heutigen Ehemann Durzi kennen. Er arbeitete damals als Projektmanager beim Schweizer Konsulat und führte nebenbei eine kleine Reiseagentur für Mongoleireisen. Unsere gemeinsame Verbindung zur Mongolei wurde schnell zu einer Verbindung zueinander.
Als Objektdesignerin begann ich zu erkunden, welche Möglichkeiten mir dieses Land bot. Schon bald entwarf ich erste Kleidungsstücke aus Kaschmir, die in kleinen Werkstätten gefertigt wurden. Gleichzeitig faszinierte mich Filz – ein Material, das in der Mongolei seit Jahrhunderten zum Alltag gehört. An der Design-Universität arbeitete ich mit Studierenden an Filzprojekten und erhielt Einblicke in traditionelle Strickwerkstätten. Dort begegnete ich zum ersten Mal der Yakwolle.
Ich hatte mir auf dem Land ein kleines Haus gekauft und brauchte dringend einen wirklich warmen Mantel. Also entwarf ich ihn selbst – aus acht Fäden Yakwolle. Als ich diesen Mantel zum ersten Mal in den Händen hielt, geschah etwas Unerwartetes: Es war mehr als ein Kleidungsstück. Die Wärme, die Schwere, die Ruhe dieses Materials – all das hatte etwas zutiefst Erdendes. Von diesem Moment an wollte ich ihn nicht mehr ausziehen.
Die Wolle der Yaks schenkte mir Schutz, Wärme und eine tiefe Verbundenheit zur Natur und zu diesen urigen Tieren. Anders als Kaschmir pillte sie nicht, sie blieb ruhig, beständig, ehrlich. Und sie wird nicht geschoren, sondern schonend ausgekämmt – sehr dem Wohle dieser Tiere dienend.
Durzi war über seine Arbeit beim Schweizer Konsulat auch in das Greengold-Projekt eingebunden, das sich mit Yaks in der Mongolei beschäftigte. So näherten wir uns diesem Thema von zwei Seiten – emotional und sachlich. Ich ließ auch für ihn eine Jacke anfertigen, und auch er war sofort überzeugt von der außergewöhnlichen Qualität dieser Wolle.
Immer wieder saßen wir zusammen und sprachen darüber, was aus dieser Yakwolle entstehen könnte. Schließlich fassten wir einen Entschluss: Wir eröffneten unsere eigene Werkstatt. Eine intensive Zeit begann, in der wir jeden einzelnen Produktionsschritt selbst begleiteten – vom Garn bis zum fertigen Kleidungsstück.
2007 reisten wir mit unseren ersten Yakwollprodukten nach Deutschland. Ich war im fünften Monat schwanger mit unserem ersten Sohn und erinnere mich noch gut an diese Zeit. Auf Designmärkten präsentierten wir unsere Kleidung – und spürten sofort die Resonanz. Die Menschen fühlten, was diese Stücke ausmachte.
Zurück in der Mongolei war unsere Werkstatt ein zentraler Teil unseres Lebens – zunächst mit einem, später mit zwei kleinen Kindern. Doch irgendwann wurde mir klar, dass wir innehalten mussten. Wir schlossen die Werkstatt, um uns ganz auf unsere Familie zu konzentrieren. Die Yakkleidung blieb – als täglicher Begleiter und stiller Schatz.
Wir bauten ein Haus außerhalb der Stadt. Als das Fundament gegossen wurde, war unsere Tochter gerade zwei Tage alt. Bald darauf stand die Einschulung unseres ältesten Sohnes bevor. Schweren Herzens entschieden wir uns, nach Deutschland zu ziehen, um unseren Kindern dort ihre Schulzeit zu ermöglichen. Heute besuchen alle drei die Waldorfschule – und wir wissen, dass es die richtige Entscheidung war.
Unsere Yakkleidung begleitete uns weiterhin. Immer wieder wurden wir gefragt, wann es neue Stücke geben würde. Der richtige Moment kam 2019, als wir den ganzen Sommer mit unserer Familie in der Mongolei verbrachten. In dieser Zeit ließen wir neue Yakkleidung in einer befreundeten Werkstatt fertigen und präsentierten sie erneut auf Designmärkten in Deutschland.
Es fühlte sich stimmig an, diese Kleidung auch in unseren beiden Unverpackt-Läden in Bonn zu verkaufen, die wir von 2019 bis 2023 betrieben. Die Ruhe, die Klarheit und der Frieden, die diese Kleidungsstücke ausstrahlen, berühren bis heute viele Menschen.
Seit 2019 führen wir unsere Liebesgeschichte mit der Yakwolle bewusst weiter. Jedes Jahr verbringen wir mehrere Monate in der Mongolei, um unsere Kollektionen weiterzuentwickeln. Durzi kümmert sich um  die Herren-, ich um die Damen-Kollektion.
Im Winter 2023/24 fand unser erstes professionelles Fotoshooting statt – mit unserem ältesten Sohn als Model. 2024 begleiteten wir erstmals eine Reise mit Yaks in der Mongolei. Ich durfte diese Pilotreise miterleben und mit den Yaks durch weite Täler bis zur Hochebene der Acht Seen wandern. Im vergangenen Sommer filmte ich zudem das Auskämmen der Yaks bei einer befreundeten Nomadenfamilie im Orhon-Tal.
Am vergangenen Wochenende folgte unser erstes Studio-Fotoshooting – diesmal auch mit unserer Tochter. Nun fügen sich all diese Bausteine zusammen. Wir sind bereit, an unserer Liebesgeschichte weiterzustricken und als Aussteller an der INNATEX, der wichtigsten Fachmesse für nachhaltige Textilien Europas, teilzunehmen.
Unsere Liebesgeschichte endet hier nicht.
Sie beginnt gerade erst, in die Welt hinauszugehen –
getragen von Yakwolle, Zeit, Hingabe und Respekt.

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